
Kunst des schönen Schreibens
Treffender wäre die Übersetzung von Kalligrafie mit
„Kunst des ausdrucksvollen Schreibens“ (Zitat von
Gottfried Pott). Handgeschriebenes transportiert nicht nur
Inhalt. Der individuelle Duktus des Künstlers, verschiedenste
Werkzeuge, Beschaffenheit des Untergrunds usw.
beeinflussen die Anmut der Buchstaben.
Der Text gibt den Ton an, den der Kalligraf zu Papier
bringt. Kalligrafie funktioniert auch nonverbal. Bildhaft.
Hier geht Schreiben in Zeichnen über, Zeichnen in Schreiben.
Nicht mehr „lesbar“ im üblichen Sinn. Der Kalligraf
kann entscheiden, ob diese künstlerische Aussage genug
ist oder ob er diese „komplettiert“, indem er einen Text
hinzufügt, der für den Betrachter jenseits von subjektiver
Empfindung lesbar ist. Vielleicht ist dies der Punkt, der
Kalligrafie beispielsweise von Malerei unterscheidet.
Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich Uta Wolf mit
dem Schreiben. Sie war lange Zeit Schülerin von Gottfried
Pott. Diese Zeit hat sie sowohl künstlerisch als auch persönlich
sehr geprägt.
2002 wurde Uta Wolf Mitglied der Gruppe 26.